Anfrage an die Stadtverordneten-Versammlung

Im September 2005 richtete Dr. Klaus Ostermann, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion »Bündnis 90 / Die Grünen«, 24 Fragen zur Museumslandschaft an die Kasseler Stadtverordnetenversammlung, im Januar 2006 wurden die Antworten vorgelegt.

Ein sonderbares Dokument, bei dessen Lektüre man nicht den Eindruck gewinnt, daß die Verantwortlichen der Stadt Kassel zum Zeitpunkt ihrer Antworten so recht begriffen haben, welche Veränderungen hier mit ihrer (also unserer) Stadt im Gange sind. Hier Anfrage und Antworten in vollem Wortlaut samt Kommentaren:

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Anfrage
Vorlage Nr. 110.15.1416
Fragesteller: Dr. Klaus Ostermann, Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen


Frage 1: Entspricht die vorliegende Broschüre dem Auftrag und der Ausschreibung durch die Hessische Landesregierung? Wie sehen Auftrag und Ausschreibungstext aus?

Antwort Land: Die veröffentlichte Broschüre ist eine stark verkürzte und damit auch vereinfachte Version der Studie AS & P und bogner consulting, die in den kommenden Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

[Kommentar: Die Frage wurde nicht beantwortet. Die Studie ist inzwischen veröffentlicht, siehe Link im Kapitel »Stand der Dinge«. Auch aus der Studie gehen Auftrag und Ausschreibung des Landes nicht hervor.]

Frage 2: Das / die vorliegende Gutachten / Broschüre wurden von Herrn Dr. Eissenhauer als Arbeitsgrundlage bezeichnet. Welche Institutionen oder Personen können / sollen ab jetzt daran mitarbeiten? Werden zukünftig die städtischen Museumsleiter einbezogen?

Antwort Land: Die Studie, die in Kürze der Öffentlichkeit vorgestellt wird, markiert keineswegs den Abschluß der Diskussionen und Auseinandersetzungen uber das Projekt Museumslandschaft Kassel, eher den Einstieg in eine vertiefende Debatte auf beträchtlich erweiterter Informationsgrundlage. Die Landesregierung wird die bisherige Offenheit des Diskussionsprozesses allen gegenüber wahren, die sich daran beteiligen wollen. Die bisher schon auf allen Ebenen gute Kooperation zwischen Stadt, Kreis und Land soll durch die Einrichtung eines von Staatsminister Udo Corts angeregten gemeinsamen Arbeitsstabs weiter ausgebaut werden.

[Kommentar: Die Studie »markiert« also erst »den Einstieg in eine vertiefende Debatte«, eine solche Debatte hat es folglich noch nicht gegeben. »Die bisherige Offenheit des Diskussionsprozesses«, »die bisher schon auf allen Ebenen gute Kooperation«, diese Formulierungen entsprechen keinen bekannt gewordenen Tatsachen.]

Antwort Stadt: Die Stadt wird sich mit einem städtischen Projektteam aus dem Bereich Kultur und Bauverwaltung unter Leitung der zustandigen Projektkoordinatorin beteiligen und verweist auf die bereits vorhandenen Gesprächsrunden Lenkungsstab, Lenkungsausschuß, Verkehrsarbeitsgruppe sowie die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Kulturaktiven, insbesondere den Museumsleitern.

[Kommentar: Aus diesen Projektteams und -koordinationen ist bislang nichts an die Öffentlichkeit gedrungen.]

Frage 3: Werden die vielen Ideen und Visionen aus der Kulturhauptstadtbewerbung, die sich mit der Museumslandschaft Kassel beschäftigen, von der Stadtverwaltung / Magistrat zu einem eigenen Konzept zusammengefaßt und mit der eigenen städtischen Planung verbunden?

Antwort Stadt: Ja, der Magistrat wird ein eigenes städtisches Konzept erarbeiten und die vielen Anregungen und Vorschlage aus der Bürgerbewegung »Kulturhauptstadtbewerbung« bewerten und entsprechend mit aufnehmen. Von besonderer Bedeutung ist hierbei u.a. die Weiterentwicklung der Themenkomplexe »documenta weiter denken« und die »Brüder Grimm«. Ebenso werden die Vorschläge zur Weiterentwicklung des Stadtmuseums und der Stadtbibliothek mit in die Überlegungen einfließen. Zudem spielt die Verknüpfung der Staatlichen Museen mit den städtischen und freien Einrichtungen eine entscheidende Rolle. Ebenso werden die Anregungen aus dem Bereich »Stadtentwicklung« mit aufgegriffen, bewertet und verarbeitet. Zudem werden die Interessen der Besucher aus touristischer Sicht in einem einheitlichen und abgestimmten Vermarktungskonzept entsprechend Berücksichtigung finden.

[Kommentar: Erfreulich, wenn der Magistrat ein eigenes städtisches Konzept erarbeiten wird; es soll inzwischen fest zugesagt sein. Ein solches Konzept fehlt schmerzlich.]

Frage 4: Wurde bei der Ausschreibung (Text) zum Besucherzentrum am Herkules / Oktogon ein Berater von ICOMOS / IFLA durch die Landesregierung hinzugezogen bzw. zieht die Stadt für sich im Rahmen des Lenkungsauschusses oder zu dessen Vorbereitung einen Berater hinzu (Stavobeschluss)?

Antwort Landesregierung: Es hat ein Gespräch mit dem Präsidenten von ICOMOS/IFLA, Herrn Dr. Robert de Jong, mit Vertretern des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst stattgefunden. Dabei wurde vereinbart, dass Herr Dr. de Jong und/oder andere Vertreter von ICOMOS/IFLA an den weiteren Planungen beteiligt werden.

[Anmerkung: Dieses Gespräch fand nicht aus eigenem Bestreben statt, sondern nur durch ständiges Beharren des Vereins »Bürger für das Welterbe«. Für die weitere Beteiligung de Jongs oder der ICOMOS/IFLA fehlt noch eine solide Struktur; es hat offenbar schon länger keine Konsultation gegeben (Stand 12. Mai 2006).]

Antwort Stadt: Die Stadt verweist auf die Stellungnahme des Landes.

Frage 5: Wird allgemein bei der baulichen Landesplanung zum Museumskonzept (Gebäude- und Verkehrsplanung) ein Berater von ICOMOS/IFLA hinzugezogen?

Antwort Land: Bei der Erstellung der Studie wurde der fachliche Rat von Denkmalpflegern und Gartendenkmalpflegern der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen eingeholt, die eine hohe Fachkenntnis besitzen, auf Grund ihrer fachlichen Qualifikation Mitglieder von ICOMOS sind und damit Kontakte zu den nationalen und internationalen Gremien von ICOMOS pflegen.

[Anmerkung: Diese Antwort zeugt von haarsträubender Unkenntnis. Selbstverständlich reicht eine fachliche Qualifikation nicht aus, automatisch Mitglieder der ICOMOS zu werden; kein Denkmal- oder Gartendenkmalpfleger der hessischen Verwaltung ist Mitglied der ICOMOS, Herr Dr. Bernd Modrow ist Mitglied der DGGL. Außerdem wurden inzwischen die Parks Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal aus der Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessen herausgelöst und unter Verwaltung der Staatlichen Museen gestellt; seitdem ist eine Konsultation des Gartendenkmalpflegers der Schlösserverwaltung ausdrücklich ins Belieben der Museen gestellt! Ein Dokument der Ignoranz gegenüber dem Welterbe-Anmeldungsprozeß.]

Antwort Stadt: die Stadt verweist auf die Stellungnahme des Landes.

[Anmerkung: ... und blamiert sich mit.]

Frage 6: Orangerie/Technikmuseum
Die Orangerie kann (nach v. Mackensen, 1991) kein Industriemuseum mit sozialgeschichtlichem Schwerpunkt sein, aber ein naturwissenschaftlich-technisches Museum könnte sich mit Technikfolgen (in Kooperation mit der UniK: Technikfolgeforschung und regionalen Vereinen) auseinandersetzen (S. 57/58). Technikmuseen sind Besuchermagneten. Wird diese Chance - ein Museum der Technikgeschichte (Herzog-Plan) - gerade durch das neue Museumskonzept und durch die Verlagerung weniger Sammlungsstücke nach Bad Wilhelmshöhe endgültig aufgegeben?


Antwort Land: Nein. Die Einrichtung eines Museums der Technikgeschichte in Kassel wird nach wie vor als wünschenswert und als wichtige Aufgabe für die Zukunft angesehen.


[Anmerkung: Ein vieldeutiges »Nein«. Es ist jedenfalls kein »Nein« zu einem Zerreißen der Museumsbestände: »Für die im dritten Obergeschoss des Weißensteinflügels vorgesehene Thematisierung von Wissenschaft, Forschung und Bildung unter den hessischen Landgrafen bedarf es einer Aufteilung der historischen Bestände des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts.«, ein Zitat aus dem Gutachten, S.133, eines von vielen derartigen zum Thema.]

Antwort Stadt: Aus städtischer Sicht ist die Orangerie ein innerstädtisches »Gegengewicht« zu Wilhelmshöhe und muß entsprechend inhaltlich gleichgewichtig positioniert sein. Das Konzept »Astronomie- und Technikgeschichte« findet daher meine volle Unterstützung.

[Anmerkung: Die inhaltliche Gleichgewichtigkeit wird relativiert durch die Antwort des Landes auf die Fragen 7 und 8: »Orte der Präsentation sind nicht endgültig festgelegt«. Inzwischen werden aber Objekte aus dem Museum abgezogen oder für den fürstlichen Kosmos verplant. In den Statuten der staatlichen Museen Kassel (2004) steht, daß »für jede Abteilung [...] ein Sammlungskonzept erarbeitet wird« (S.10); im Schlußwort auf S. 20 findet sich die »Vision, alle Sammlungen [...] eines Tages unter einem Dach präsentieren zu können«. Wie paßt das zusammen?

Frage 7: Die Sammlungen der Kunstkammer und der Astronomie in einen »fürstlichen Eriebnispark« zu stellen, ignoriert den kunstgeschichtlichen Rang der Sammlung; die Objekte waren in einem eigenen Gebäude für die allgemeine Bildung öffentlich ausgestellt - in einem öffentlichen Kulturmuseum, um durch »Bildung und Kunst, Wissenschaft und Technik das allgemeine Beste des Landes und seiner Besucher zu fordern«. Das Museumskonzept scheint geschichtslos (fürstlicher Kosmos vs. Aufklärung, geistiger Kosmos) damit umzugehen, wie wird dieses Problem gelöst?

Antwort Land: Ziel der Studie ist es, die Vielschichtigkeit und Wechselwirkungen ideengeschichtlicher Prozesse dem heutigen Publikum an Hand konkreter Objekte zu vermitteln. Dabei sind die Orte und Einzelheiten der Präsentation noch nicht endgültig festgelegt. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Empfehlungen der Studie zwar zu einem sehr großen Teil zur Richtschnur für die zu treffenden Entscheidungen werden können. Sie werden aber in dem jetzt auf die Studie folgenden Schritt inhaltlich überprüft.

[Anmerkung: Diese Überprüfung erfolgt auf eine Weise, über die noch zu wenig bekannt ist. Die Öffentlichkeit - und offenbar sogar die Stadtverordneten - sollen nur informiert, aber nicht einbezogen werden.]

Frage 8: Wird die Technikgeschichte im Magazin verschwinden (Ausnahme Astronomie nach Wilhelmshöhe) oder wird die Sammlung aufgelöst, auf andere Museen verteilt / verkauft? Wird es einen neuen Sammlungsschwerpunkt / -auftrag hierzu geben, z.B. im Zusammenhang mit dem Henschelmuseum? Wird etwa die älteste heute noch bestehende museale Sammlungseinheit Hessens, die im internationalen Vergleich zu den ältesten derartigen Sammlungen der Welt gehört, zu Gunsten einer thematischen Idee auseinandergerissen bzw. im Magazin versteckt?


Antwort Land: Die Darstellung der Technikgeschichte wird ein wesentlicher Punkt der späteren musealen Präsentation sein, die jedoch in der Studie noch nicht in ihren Einzelheiten festgelegt wird (siehe Antwort zu Punkt 7). Es ist nicht beabsichtigt, die Technikgeschichte zu magazinieren, auf andere Museen zu verteilen oder zu verkaufen. Zu einigen Teilprojekten, zum Beispiel der Orangerie, sind von den Gutachtern bewußt Optionen offen gehalten worden, über die noch Schritt fur Schritt zu entscheiden sein wird.

[Anmerkung: Siehe Kommentar zu Punkt 7.]

Frage 9: Grimm-Platz als Museumsstandort
Wenn Überlegungen gefolgt werden kann, den Grimm-Platz als Museumsstandort auszubauen - Verlagerung des Grimm-Museums an wirklich authentischen Ort und Verlagerung des Tapetenmuseums in die Arnoldsche Tapetenfabrik (auch ein authentischer Produktionsort), erübrigt sich der Neubau eines Besucherzentrums mit Tapetenmuseum an der Übergangszone von Landschaft (Pufferzone bzw. Kerngebiet) zum Park. Wird die Planung hier in Kooperation mit der Stadt überarbeitet? Wird nicht ein Deutsches Tapetenmuseum mit eigenständigem Ort größeres Interesse wecken als in einem Sammlungsverbund?


Antwort Land: Die Landesregierung begrüBt die durch die Studie zur Museumslandschaft Kassel ausgelösten Überlegungen der Stadt Kassel zu einer Verbesserung des Grimm-Museums. Die in der Studie vorgestellten Überlegungen zum Tapetenmuseum sind als Denkanstoß und Teil eines Denkzentrums zu verstehen, die in dem jetzt auf der Studie folgenden Schritt überpruft und weitergeführt werden.

[Anmerkung: Keinerlei Antwort auf die dringende Frage nach möglicher Welterbe-Beeinträchtigung.]

Antwort Stadt: Die Anregungen von Herrn Dr. Ostermann, das Deutsche Tapetenmuseum mit einem eigenständigen Ort, z.B. der Arnoldschen Tapetenfabrik zu verbinden, werde ich in den Gesprachen mit dem Land erörtern.
Hinweisen möchte ich ich in diesem Zusammenhang, dass - wie mir Staatsminister Udo Corts mitteilte - der Hessische Verwaltungsgerichtshof nicht beabsichtigt, die von ihm genutzen Gebaude in absehbarer Zeit aufzugeben. Zur endgültigen Klärung dieses Sachverhaltes werde ich den Präsidenten des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes bitten, mir ebenfalls eine zeitnahe Beurteilung über die Nutzung der Räumlichkeiten zu geben.

Aus meiner Sicht ist eine Erweiterung bzw. ein Neubau des Brüder Grimm-Museums Kassel unabdingbar und hat bei den städtischen Planungen zur Museumslandschaft eine vorrangige Priorität. Ich beabsichtige, eine Erweiterung des Bruder Grimm-Museums Kassel am jetzigen Standort als Dokumentations-, Forschungs- und Wirkungsstätte in Verbindung mit einem Neubau auf dem Parkplatz vor dem Hölkeschen Haus zu forcieren, der sowohl den modernen Bedürfnissen der Mitarbeiter der Verwaltung als auch der Besucher des Archivs des Brüder Grimm-Museums entgegenkommt. Dabei spielt auch der Bereich der »Museumspädagogik« eine herausragende Rolle. Ausgehend von diesen beiden Standorten ist von mir angedacht, einen Märchenparcours über die Brücke der Frankfurter Straße zur Märchen- und Erlebniswelt am Weinberg über die Neugestaltung des Brüder Grimm-Platzes bis hin zur nördlichen Torwache zu planen. Dabei spielt die historische Wohnung der Brüder Grimm in der nördlichen Torwache insoweit eine Rolle, als ich mir vorstellen könnte, dort in Anlehnung an Ludwig Emil Grimms Bild »Der Lotte ihre Stube« (1821) eine historische Rekonstruktion der Wohnung unter Berücksichtigung moderner Belange einer Eriebnis- und Klangwelt für Besucher zu entwickein ähnlich dem Buddenbrook-Haus von Thomas Mann in Lübeck. In dieser Hinsicht habe ich Staatsminister Udo Corts urn Überprufung meiner Vorstellungen hinsichtlich der Einbindung in das Gesamtkonzept »Museumslandschaft« gebeten.

[Anmerkung: Wie auch beim Land keinerlei Antwort auf die dringende Frage nach möglicher Welterbe-Beeinträchtigung.]

Frage 10: Begrüßt wird, dass die Volkskunde aus dem Magazin hervorgeholt wird - wahrscheinlich nur in Teilen. Die kuratorische Abgrenzung zwischen Landeskunde (Sammlung, Dauer- und Sonderausstellung) und der Sammlungen und Ausstellungen im Stadtmuseum sind unklar. Welche Gespräche zwischen der jeweils verantwortlichen Museumsleitung wurden/werden dazu geführt?

Antwort Land: Die sehr beachtenswerten, zu neuen Überlegungen anregenden Vorschläge der Studie zur Volkskundesammlung der Staatlichen Museen Kassel sollen in den nächsten Schritten auf ihre Realisierbarkeit uberprüft werden. Gespräche zwischen den jeweils verantwortlichen Museumsleitern wird der von Staatsminister Udo Corts angeregte Arbeitsstab von Stadt, Kreis und Land unterstützen und fördern.

Antwort Stadt: Das spezifisch stadtisch-bürgerliche (sozial-, wirtschaftsgeschichtliche) Erbe der Stadt bildet einen eigenen Schwerpunkt, der im Stadtmuseum konzentriert wird. Die Neuordnung der Staatlichen Museen macht auch eine Neuordnung der »Städtischen Kunstsammlungen« notwendig, die sich seit 1972 (als die Stadt noch kein eigenes Museum besaß) in der Verwaltung der Staatlichen Museen befinden. Eine Uberführung der historischen Objekte mit Aussage- und Dokumentationswert für die städtische Geschichte fur eine Präsentation im Stadtmuseum ist prüfenswert.

[Anmerkung: Hierfür liegt die Beschlußempfehlung Nr. 1452 der Stadtverordnetenversammlung vor]

Frage 11: Die Torwache eignet sich flächen- und raumhöhenmäßig nicht als Gemäldegalerie fur die Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts. Wo aber bleiben die Sammlungen »Kunstgewerbe und Design des 19. und 20. Jahrhunderts«, die eigentlich eine Folgesammlung der Schatzkunst (Kunsthandwerk und Plastik) darstellen. Letztere soll aufgeteilt werden auf Landesmuseum und Schloß Wilhelmshohe. Wird dieses Konzept uberarbeitet?

Antwort Land: verweist auf Beantwortung zu Frage 7: Ziel der Studie ist es, die Vielschichtigkeit und Wechselwirkungen ideengeschichtlicher Prozesse dem heutigen Publikum an Hand konkreter Objekte zu vermitteln. Dabei sind die Orte und Einzelheiten der Präsentation noch nicht endgültig festgelegt. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Empfehlungen der Studie zwar zu einem sehr großen Teil zur Richtschnur fur die zu treffenden Entscheidungen werden können. Sie werden aber in dem jetzt auf die Studie folgenden Schritt inhaltlich überprüft.

[Anmerkung: Siehe Anmerkung zu Punkt 7: Wie dieser folgende Schritt aussieht, ist offenbar noch unklar, ebenso, in welcher Weise diese Überprüfung stattfindet.]

Frage 12: Das Landesmuseum ist die Nachfolgeeinrichtung des Museums Fridericianum, wie über dem Eingang nachzulesen ist. Das Museum Fridericianum kann als »Mutter der Museen« in Europa angesehen werden. Es war ein innerstädtisches Museum. Die Verlagerung aller wesentlichen »highlights« nach Wilhelmshöhe macht Schloß Wilhelmshöhe unhistorisch zu einem Mittelpunkt und fleddert die Kulturhauptstadt Kassel. Wie wird mit diesem Vorgang zu Lasten der Stadt Kassel umgegangen, welche Pretiosen bleiben sammlungsgeschichtlich in der Stadt, im Landesmuseum? Wie wird ein Stadttourismus (»der andere Teil des Knochens«) erzeugt? Werden alternativ als Besuchermagneten z.B. die Handschriften aus der Murhardschen Bibliothek oder das Wörterbuch der Grimms ausgestellt?

Antwort Land: Das Hauptziel der Studie ist, zwei Standorte - Innenstadt und Wilhelmshöhe - gleichermaßen zu stärken und ihre Attraktivitat zu steigern. Die Studie versteht sich als ein stadtplanerisches und architektonisches Grundkonzept zur Museumslandschaft Kassel. In der nächsten Phase wird die museologische Fachplanung intensiviert. Erst dann können Aussagen zur Präsentation von Einzelstücken getroffen werden.

[Anmerkung: Das ist keine Antwort. Und es ist nicht wahr: Eine Stärkung des Standorts Wilhelmshöhe auf Kosten des Standortes Stadt ist in der Studie allenthalben unübersehbar. (Die Stadt hat offenbar keine Meinung zu den wesentlichen Entwicklungsfragen?).]

Frage 13: Kann man das Problem der Aufsicht in der Torwache nicht dadurch lösen, daß dort die Verwaltung einzieht? Damit könnte auch der Verbindungstrakt zwischen Landesmuseum und Torwache entfallen, der denkmalpflegerisch ohnehin fragwürdig ist.

Antwort Land: Die Verwaltung der staatlichen Museen Kassel soll in dem für diese Zwecke hergerichteten ehemaligen Ökonomiegebäude auf der Wilhelmshöhe konzentriert werden. Ein Verteilen der Verwaltung auf zwei Standorte ware aus organisatorischen und finanziellen Grunden nicht sinnvoll. Fragen zur Denkmalpflege werden bei der Überprufung der Vorschlage der Studie vertieft behandelt.

[Anmerkung: Das Einziehen der Verwaltung in das ehemalige Ökonomiegebäude braucht ja nicht der Weisheit letzter Schluß zu sein; für die Stadt und die Wilhelmshöhe wäre ein städtischer Standort gewiß besser. Außerdem wird laut Studie durch den Verwaltungs-Einzug in die Ökonomiegebäude der Neubau von Remisen für Großgeräte nötig; sie sind auf dem jetzigen »Brand-Stoph-Parkplatz« in der Kernzone des Welterbes geplant; wieder ein baulicher Eingriff mehr. Und: Die Fragen zur Denkmalpflege wurden also bei der Erstellung der Studie nicht vertieft behandelt? Die Studie verfügt über die hochkarätigsten Baudenkmälern der Stadt - ohne denkmalpflegerische Vertiefung? Sofort nach Fertigstellung der Studie wurden Architekturbüros beauftragt, etwa mit dem Umbau des Landesmuseums. Und offenbar ohne denkmalschützerische Vertiefung. (Und wieder hat die Stadt offenbar keine eigene Meinung).]

Frage 14: Kostenreduzierung
Ziel der Museumsplanung sind neben längst fälligen Investitionen in den Gebäudebestand Kostenreduzierung beim Personal sowie Einnahmeerhöhungen. Liegen entsprechende nachvollziehbare Wirtschaftlichkeitsberechnungen vor, die die Wunschhaltungen präzisieren? Welche Auswirkungen haben diese auf die Besucher in der Innenstadt? Wird dadurch ein Stadttourismus geradezu verhindert?


Antwort Land: Es ist das Ziel der Landesregierung, durch die geplanten Investitionen in die Parks, Denkmaler, Museen, Bauwerke und Ausstellungen der Museumslandschaft Kassel deren Attraktivitat an allen Standorten erheblich zu steigern und damit allen Schichten der Bevölkerung einen erlebnisreichen Besuch zu bieten. Dadurch sollen auch höhere Einnahmen erzielt werden, mit deren Hilfe auch Personal finanziert und die Qualitat der Präsentation gesteigert werden kann. Ein Marketingskonzept, das gezielt die Qualitäten der Museumslandschaft Kassel herausstellt, soll dafür sorgen, dass die historischen Aniagen authentisch erhalten, fur Besucherinnen und Besucher in höherem Maße als bisher erschlossen und besser als bisher, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus, bekannt werden. Entsprechende, durchaus erfolgreiche Marketingkonzepte gibt es u.a. bereits für die Museen der Stadt Dresden, der Stadt München, der Sächsischen Schlösser und Gärten und für den Park Herrenhausen bei Hannover.

[Anmerkung: Keine Antwort. Gefragt war nicht, ob eine Attraktivitätssteigerung gewünscht ist (das dürfte sich verstehen), sondern ob es nachvollziehbare Studien dazu gibt und wie diese lauten. Dazu kein Wort. Die Stadt weiß offenbar auch nichts Näheres.]

Frage 15: Neue Galerie
Die Sammlung der Neuen Galerie steht im Sammlungs-Zusammenhang mit der Kasseler Akademie. Die Dekoration des Verbindungsflügels im Wilhelmshöher Schloß mit den Tischbeingemälden führt zur Trennung dieser Sammlungs-Kontinuität. Wird der Vertrag von 1972 zwischen Stadt und Land Hessen hinsichtlich der städtischen Sammlung geändert, der eine gemeinsame Präsentation / Öffentlichkeit vorsieht? Besteht Einvernehmen über die Präsentation der städtischen Gemäldesammlung in der Torwache? Wo werden die Gemälde der anderen Kasseler Künstlerfamilien ausgestellt?


Antwort Land: siehe Antwort zu Frage 7
Ziel der Studie ist es, die Vielschichtigkeit und Wechselwirkungen ideengeschichtlicher Prozesse dem heutigen Publikum an Hand konkreter Objekte zu vermitteln. Dabei sind die Orte und Einzelheiten der Präsentation noch nicht endgultig festgelegt.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Empfehlungen der Studie zwar zu einem sehr großen Teil zur Richtschnur für die zu treffenden Entscheidungen werden können. Sie werden aber in dem jetzt auf die Studie folgenden Schritt inhaltlich überprüft.

[Gleicher Kommentar wie zur gleichlautenden Antwort auf Frage 11: Wie dieser folgende Schritt aussieht, ist offenbar noch unklar, ebenso, in welcher Weise diese Überprüfung stattfindet.]

Frage 16: Wenn die Neue Galerie ein »Museum der Moderne« mit dem Sammeln von Gegenwartskunst in Abgrenzung zur klassischen Moderne werden soll, ist dann zwischen Stadt und Land die Neubesetzung der Leiter / des Leiters geregelt, welcher Sammlungsauftrag / Präsentation ergeht mit Zustimmung der Stadt? Gilt der Vertrag fur den »umgezogenen« Sammlungsbestand?

Siehe Antwort Frage 7

[Kommentar: Siehe Kommentar zu Frage 7.]

Frage 17: Die Sammlungen von 1750 bis in die 50er Jahre stehen im Zusammenhang der Kasseler Kunstakademie, haben regionale Bedeutung. Sie sind nicht Grundstock für ein geplantes Museum der Moderne der Gegenwartskunst. Ist geplant, bekannte private Sammler auf Leihgaben anzusprechen, damit Zeit bleibt, um zukünftig Gegenwarts- (/Zukunfts-)kunst und die der documenta-Ausstellungen für einen eigenen Sammlungsbestand sammein zu können?

Siehe Antwort Frage 7

[Kommentar: Keine Antwort. Siehe Kommentar zu Frage 7.]

Frage 18: Wann beginnt der Umbau der Neuen Galerie?

Die Maßnahmen sind im Haushalt des Landes Hessen verankert. Zur Zeit läuft ein VOF-Verfahren zur Findung eines Architekten für die Umbauplanung, das voraussichtlich Ende 2005 abgeschlossen sein wird. Planung, Aufstellung der Entscheidungs- und Entwurfs-Unterlage, der Ausfuhrungsplanung und der Ausschreibung werden voraussichtlich ein bis anderthalb Jahre in Anspruch nehmen. Die Neue Galerie soll ein Ausstellungsort der documenta im Jahre 2007 werden, so daß erst nach Beendigung der documenta mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

[Anmerkung: Auch hier wurde ein Architekt gesucht (und offenbar inzwischen gefunden), bevor das Gutachten auch nur veröffentlicht, geschweige denn diskutiert worden war.]

Frage 19: Mobilar des Schlosses und des Residenzpalais
Das Mobiliar der zerstörten Schlossräume (Mittelbau) ist fast vollständig erhalten, ebenso aus dem Residenzpalais am Friedrichsplatz und teilweise aus dem Roten Palais. Werden die Ausstellungsstücke, die z.T. ausgestellt, als Leihgaben bundesweit verteilt bzw. im Depot versteckt sind, in ihrer Gesamtheit bzw. in ihrer jeweiligen Raumzugehörigkeit zukünftig präsentiert?


Antwort Land: Die Fülle der erhaltenen Möbel aus den zerstörten Kasseler Schlössern macht ihre zukünftige vollständige Präsentation unmöglich. Ein Teil von ihnen wird weiterhin in geeigneten Depots aufbewahrt werden müssen und kann nur in Sonderausstellungen präsentiert werden; einzelne, für Dauer- oder Sonderausstellungen weniger geeignete Stucke werden als Leihgaben an ausgewählte Standorte abgegeben, wenn ihre konservatorische Betreuung zuverlässig ist, wie z.B. an das Bundespräsidialamt. Für die Präsentation des Mobiliars in den Staatlichen Museen Kassel sind die Überlegungen der Studie ein Leitfaden, der in den nachsten Schritten der museologischen Planung uberdacht und verfeinert werden soil.

[Anmerkung: Man hat also leider so viele authentische Stücke, daß man sie an den authentischen Orten nicht zeigen kann ...]

Frage 20: Hessisches Landesmuseum
Mit welchen Argumenten hat die obere und untere Denkmalschutzbehörde der Öffnung des Untergeschosses des Landesmuseums wegen »Schwellenangst« von BesucherInnen zugestimmt? Nachlesbar in der Dokumentation »75 Jahre Hessisches Landesmuseum Kassel« ist, dass das Landesmuseum als einer der wenigen erhalten gebliebenen Monumentalbauten Zeugnis ablegt von der in Architektur sichtbaren historischen Entwicklung der ehemaligen Residenzstadt Kassel (siehe auch Denkmaltopographie).


Antwort Land: Die Umgestaltung des Untergeschosses des Landesmuseums ist eine Planung, ein konkreter Bauantrag liegt noch nicht vor. Insofern hat dazu auch bisher keine Denkmalschutzbehörde förmlich Stellung genommen.
Ein Kulturdenkmal ist nach dem hessischen Denkmalschutzgesetz auch rechtlich nicht absolut unveränderlich. Vielmehr konstatiert das hessische Denkmalschutzgesetz ein öffentliches Interesse am Erhalt des Kulturdenkmals, das gegen andere Interessen abzuwägen ist. Im Fall des Landesmuseums ginge es darum, das öffentliche Interesse einer besseren Zugänglichkeit und einer erhöhten Attraktivität und Funktionalität als Museum abzuwägen. Dies wird im Rahmen der Planung zwischen Nutzer, Architekten und Denkmalpflegebehörde abzustimmen sein.

[Anmerkung: Die Stadt hat hier keine Meinung?]

Frage 21: Stadtteilentwicklungskonzept Bad Wilhelmshöhe
Wann werden die Ergebnisse des »Stadtteilentwicklungskonzeptes Bad Wilhelmshöhe« der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt? Anlass für die Planung sind / waren Kulturhauptstadtbewerbung, Weltkulturerbeantrag, Museumsplanung, Strukturwandel und Tagungsstandort.


Antwort Stadt: Das Stadtteilentwicklungskonzept Bad Wilhelmshöhe wird zur Zeit als vorläufiger Schlußbericht erarbeitet. Das mit den Trägern öffentlicher Belange abzustimmende Konzept wird im Anschluß daran mit den Teilnehmern des 3. Workshops erörtert, sodass die abgestimmte Fassung des Stadtteilentwicklungskonzepts voraussichtlich im 1. Quartal 2006 vorliegen wird.

[Stand 12. Mai: Dieses Konzept liegt zumindest der Öffentlichkeit noch nicht vor.]

Frage 22: Verkehrskonzept zur Umgestaltung der Museumslandschaft
Wo müssen Busse und PKWs der BesucherInnen geparkt werden, damit sie möglichst als BesucherInnen städtischer und landeseigener Museen und Landschaftsparks (innenstadtnah und -fern) den ÖPNV als Verkehrsmittel nutzen?


Antwort Land: Die Empfehlungen der Studie zu den Verkehrsfragen richten sich wegen der Zuständigkeit vorrangig an die Stadt. Sie empfiehlt, die Straßenbahn der Linie 1 zwischen den beiden Schwerpunkten der Museumslandschaft in der Innenstadt und auf der Wilhelmshöhe als Werbeträger für das kulturelle Angebot in der Stadt Kassel zu verwenden. Die Straßenbahnlinie führt über den Bahnhof Wilhelmshöhe und kann so für Besucher Kassels ein Anreiz sein, den ÖPNV zu benutzen. Das Land Hessen hat die Idee der Studie aufgegriffen, westlich und östlich des Bergparks Wilhelmshöhe Besucherzentren einzurichten und den ruhenden Verkehr dort zu bündeln.

[Anmerkung: Den ruhenden Verkehr also am oder im Bergpark zu bündeln und kein stadtnahes Angebot zu bieten.]

Antwort Stadt: Es gibt keine gezielten Überlegungen zur Anlage von Park + Ride- Parkplatzen speziell für Museumsbesucher. Erhebungen im Zusammenhang mit der Erschließung des Bergparks, wie z.B. eine Status-quo Prognose der Verkehrsmittelwahl, haben gezeigt, dass der MIV-Anteil bei über 50 % und der Anteil der Reisebusse bei knapp 10 % liegt. Erfahrungsgemäß steuern diese BesucherInnen zielgenaue Parkplätze an. Für die Besucher des Bergparks sind Parkplätze am Herkules und an der Straßenbahnendhaltestelle der Linie 1 vorgesehen. Zur ÖPNV-Erschließung des Bergparks soll ggf. ein Pendelbusverkehr zwischen diesen beiden Parkplätzen eingerichtet werden.
Als attraktive Verbindung zwischen den Museen in der Innnenstadt und dem Bergpark Wilhelmshöhe kommt der Straßenbahnendhaltestelle 1 eine besondere Bedeutung zu.

[Anmerkung: Wenn die prognostizierten Zahlen der Besucherinnen der Museen zur Hälfte auf die Innenstadt entfallen, was macht die Stadtplanung mit zusätzlichen 400.000 Besuchern?]

Frage 23: Sollte die Straßenbahn bis in Schloßnähe verlängert werden, hat diese Bahn zwei BesucherInnenströme heranzuführen. Die ins Museum bzw. in den Bergpark wollen ... Macht dann ein BesucherInnenzentrum neben dem Stationsgebäude noch Sinn?

Antwort Stadt: Die Studie zur Neugestaltung der Kasseler Museumslandschaft spricht sich für das Belassen der Endhaltestelle der Stra&enbahn an der heutigen Stelle aus und für den Neubau eines Besucherzentrums in ihrer Nähe. Die Haltestelle soll neu gestaltet und ein angemessener Übergang über die Tulpenallee geschaffen werden. Das Besucherzentrum soil das »Eingangstor« zu Schloss und Bergpark werden und als logistisches Zentrum, als Informationszentrum und Verkaufsstelle dienen. Die Moglichkeit einer Verlängerung der Straßenbahnlinie bis in Schloßnähe wird geprüft, das Ergebnis an dieser Überlegung ist noch offen.

Frage 24: Gesamtkonzept/Marketing: erster Teil
MuseumsbesucherInnen fahren zu den Museumsstandorten nicht für einzelne Ausstellungsstücke. Wie wird ein »Gesamtkonzept des Stadterlebnis Kassel« im Rahmen der Museumsneuordnung aussehen? ...


Die Landesregierung betrachtet die Kasseler Parks, Museumsschlösser und Museen als Einheit, die als Gesamtkunstwerk den Besuchern wesentlich mehr bieten können als die einzelnen Teile. Selbstverständlich wird das Kasseler Theater in die Marketingstrategie mit einbezogen. Es wird Aufgabe des Marketingkonzeptes sein, die Vielfalt der Kasseler Museumslandschaft europaweit bekannt zu machen, um möglichst viele Bevölkerungsschichten anzusprechen und zu einem Besuch zu bewegen.

Die Qualität, die den Besuchern vor Ort geboten wird, wird entscheidend für den dauerhaften Erfolg der Museumslandschaft Kassel sein.

Frage 24: zweiter Teil
Wie wird es gemeinsam von Stadt und Land Hessen beworben, so dass das bisherige Modell »Alles unter einem Dach« in Wilhelmshöhe auch BesucherInnen in die Stadt lockt und hält (z.B. durch Einbeziehung des Staatstheaters in die Vermarktungsstrategie)? Ab wann wird die neue Museumslandschaft durch kassel tourist beworben/vermarktet?


Antwort kassel tourist: Die Anbindung Bad Wilhelmshöhe-Innenstadt erfolgt bereits jetzt durch erfolgreiche Kooperationen wie beispielsweise Sommerbespielung der Löwenburg durch das Staatstheater. Die touristische Vermarktung der Angebote erfolgt durch die kassel tourist GmbH. Die Konzeption und Erstellung der Angebote kann und muss in der Hand der kulturellen Institutionen liegen. Ein einheitliches Merchandising sowie Angleichung der Eintrittspreise und Öffnungszeiten sind notwendiger Ausgangspunkt für eine einheitliche touristische Vermarktung. Diese gemeinsame touristische Vermarktung über Angebote sowie ein gemeinsames Merchandising konnte bereits jetzt, vor Ausführung der Investitionen, angegangen werden. Ein einheitliches Gebäudemanagement und Marketing aller Museen könnte dann in einem zweiten Schritt die notwendigen Kooperationen vertiefen.

Die touristische Vermarktung erfolgt über attraktive Dauerangebote mit zusätzlichen besonderen Angeboten, bspw. Inszenierungen, Ausstellungseröffnungen usw., im Segment Städtetourismus (Beispiel Frankfurt-Museumsufer). Dem Preissystem sollte bei einer solchen Kooperation besondere Berücksichtigung geschenkt werden, der Besucher sollte die Möglichkeit haben, Museen einzein zu besuchen, als auch die Möglichkeit, Museums- und standortübergreifend eine Museumscard erwerben zu können. Wochenend-Abendöffnungen oder auch »Nacht-Öffnungen« schaffen für Touristen weitere Anreize.

Zudem werden von kassel tourist bereits jetzt touristische Vermarktungsmaßnahmen für kulturelle Einrichtungen themenorientiert realisiert, bspw. 50-Jahre documenta oder Rembrandt.

 

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